Evangelische Kirchgemeinde Roggwil

Im Jahr 1746 erteilten der «Burgermeister und der Rath der Statt Zürich» der Gemeinde Roggwil das Recht, sich von der Mutterkirche Arbon abzulösen und eine eigene Kirchgemeinde zu gründen. Die Arboner, ob der Lostrennung sehr erbost, stellten hohe Forderungen, so ein Auskaufbetrag von 2400 Gulden und den Verzicht auf das Arboner Pfrundgut von 1'700 Gulden. Jedenfalls hatten die eingegangenen Verpflichtungen zur Folge, dass die Turmuhr erst 20 Jahre nach der Erstellung der Kirche gekauft werden konnte. Der Standort der neuen Kirche bereitete den Roggwilern einiges Kopfzerbrechen. Die einen wünschten die Kirche im Oberdorf, die andern in den Reben im Unterdorf. Gebaut wurde sie schliesslich in der Mitte, dort wo sie heute steht.
Im Jahre 1870 schlossen die evangelischen Landeskirchen der Kantone St. Gallen und Thurgau einen Vertrag ab, der die Evangelischen in den Gemeinden Berg und Häggenschwil der nächstgelegenen, evangelischen Gemeinde im Kanton Thurgau, Roggwil, zuteilte. Bis heute gehören die evangelischen Einwohner in diesen Gemeinden zur Kirchgemeinde Roggwil. Das Zusammenleben von Christen verschiedener Konfessionen ist in unserer Gemeinde getragen von Toleranz und gegenseitiger Achtung. Die evangelische Kirche Roggwil wurde in einem Intervall von rund 50 Jahren renoviert und so die Bausubstanz aus der Bauzeit weitgehend erhalten. Die letzte Aussenrenovation konnte 1996 genau mit dem 250-jährigen Bestehen der Kirche abgeschlossen werden. Im Jahr 2005 wurde mit den umfassenden Arbeiten für die Innenrenovation begonnen. Anlässlich des 1. Advents am 27. November 2005 konnte die Wiedereröffnung des renovierten Kirchenraums gefeiert werden.